Mensch und Natur zu wenig berücksichtigt

Wetzlar -red-: Enttäuscht zeigt sich der NABU Hessen über das heutige Urteil des Verwaltungsgerichtshofes in Kassel, mit dem die Musterklagen mehrerer Kommunen und Organisationen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens zurückgewiesen wurden. Der Vorsitzende des NABU Hessen, Gerhard Eppler, bemängelt, dass die Belange von Mensch und Natur zu wenig berücksichtigt wurden.

Angesichts des rasanten Klimawandels hält der NABU Hessen den Ausbau des Frankfurter Flughafens für ein eindeutig falsches Signal: „Der weiterhin stark expandierende Luftverkehr mit seinen klimaschädlichen Abgasen ist eines der am schnellsten wachsenden Probleme für das Klima“, begründet Eppler die Ablehnung des Umweltverbandes. Auch die garvierenden Eingriffe in die Gesundheit der in der Region lebenden und arbeitenden Menschen durch Verlärmung, Lauftschadstoffe und Vernichtung des dringend benötigen Erholungsraumes sind für den NABU Hessen nicht hinnehmbar. Hinzu komme, so Eppler, die Beeinträchtigung von besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten durch erhebliche Eingriffe in regionale NATURA2000-Gebiete.

Die Gerichts-Entscheidung über die Neuregelung des Nachtflugverbots hält der NABU Hessen für unzureichend: „Mit der möglichen Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht besteht die große Gefahr, dass das Nachtflugverbot weiter aufgeweicht wird“, fasst Eppler die Kritik des Umweltverbandes zusammen. „Die Landesregierung ist jetzt gefordert, nicht weiter zu klagen, sondern umgehend ein weitgehendes Nachtflugverbot zu beschließen.“

Als besonderes Sicherheitsproblem sieht der NABU Hessen die Gefahr des zunehmenden Vogelschlags durch das Aufreißen des Waldes zwischen dem Mönchwaldsee und der neu geplanten Landebahn. Erst vor etwa einer Woche musste ein Jumbo-Jet der Lufthansa den Start in Frankfurt abbrechen, weil Vögel ins Triebwerk der Maschine geraten waren. „Durch das Fällen der Bäume wird die Gefahr für startende und landende Maschinen zunehmen“, warnt der Vogelkundler: „Vogelschlagrelevant sind vor allem Vogelarten der Gewässer und des Offenlandes. Waldvögel spielen nur eine geringe Rolle“.


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