Olympische Hoffnungen am Main

Olympische Hoffnungen am Main

Frankfurter Sportler haben gute Chancen auf den Start in London

Vom 27. Juli bis 12. August finden in London die Olympischen Sommerspiele 2012 statt. Auch mehrere Sportler aus Frankfurt werden dabei voraussichtlich an den Start gehen. Die Hammerwerferin Katrin Klaas, der Schwimmer Marco di Cali und der Ruderer Marcel Hacker sind mögliche Olympiastarter und bereiten sich auf die Wettkämpfe vor.

(pia) „Das Besondere an den Olympischen Spielen sind die Größe der Veranstaltung selbst, die besondere Atmosphäre im Olympischen Dorf und der enge Kontakt zu Athleten anderer Sportarten und Länder. Das Größte überhaupt ist es aber, dass man sich vier Jahre lang auf einen Wettkampf vorbereitet, der knapp eine Stunde dauert und bei dem auf den Punkt alles stimmen muss.“ In diesen zwei Sätzen beschreibt Kathrin Klaas die Faszination Olympia. Die 28 Jahre alte Hammerwerferin ist eine der Sportlerinnen aus Frankfurt, die gute Chancen auf einen Start in London besitzen. Das Mitglied der Sportfördergruppe der Hessischen Polizei wechselte 2003 von Mittelhessen an den Main zur LG Eintracht Frankfurt.

Kathrin Klaas hofft auf den großen Wurf

Offiziell nominiert werden die deutschen Olympiafahrer durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) je nach Sportart zwischen dem 31. Mai und dem 4. Juli. Insgesamt plant der DOSB übrigens mit dem kleinsten Olympiateam seit der Wiedervereinigung für die Spiele in London. Rund 380 deutsche Sportler sollen auf Medaillenjagd gehen, nachdem es 2008 in Peking noch 441 Sportler waren. Bei den Hammerwerferinnen hat der Qualifikationszeitraum am 1. April offiziell begonnen. Kathrin Klaas ist zuversichtlich, dass sie bei einer persönlichen Bestleistung von 75,48 Meter die Qualifikationshürde von 71,50 Meter übertreffen wird und zum zweiten Mal nach 2008 in Peking an Olympischen Spielen teilnehmen darf. In London möchte die Polizistin „unter die ersten Sechs. Über alles andere und die Medaillen entscheidet die Tagesform.“ Damit nichts schief geht, trainiert Klaas derzeit 25 bis 30 Stunden in der Woche. Wenn sie nicht für Trainingslager oder Wettkämpfe rund um den Globus reist, fühlt sich die Hessin mittlerweile übrigens pudelwohl in Frankfurt. „Ich gehöre zu den Menschen, die Frankfurt lieben. Ich wohne im Stadtteil Bornheim und habe schon auf einigen Streifzügen viele kleine Kostbarkeiten entdeckt.“

Marco Di Carli „schwimmt“ nach London

In einem ganz anderen Element als Kathrin Klaas fühlt sich Marco Di Carli (27) wohl, eine weitere Frankfurter Olympiahoffnung. Der Schwimmer, der ebenfalls zur Sportfördergruppe der Hessischen Polizei gehört, startet seit 2006 für die SG Frankfurt und ist auch privat am Main zu Hause. Einer seiner Lieblingsplätze ist „die Commerzbank Arena, wenn die Eintracht spielt“. Die meiste Zeit verbringt der siebenfache Deutsche Meister aber im Wasser. Auf 50 Stunden und 60 bis 80 Kilometer schätzt er sein aktuelles Trainingspensum pro Woche. Di Carli, der bereits 2004 in Athen olympische Erfahrungen sammeln durfte, wird in London vorraussichtlich in der 4 x 100 Meter-Freistilstaffel an den Start gehen. Die Qualifikation für den Einzelwettbewerb verpasste Di Carli bei den Deutschen Meisterschaften sowohl in Berlin als auch bei den Europameisterschaften im ungarischen Debrecen Ende Mai. Dort belegte der Frankfurter im Finale über 100 Meter Platz sechs und blieb in 49,18 Sekunden fast sieben Zehntel über der geforderten Zeit. Da er aber im Vorlauf mit 48,81 Sekunden die beste Zeit eines deutschen Schwimmers in diesem Jahr erzielt hat, sollte er für die olympische Staffel in London gesetzt sein.

Marcel Hacker träumt von Gold

Eine der bekanntesten potenziellen Frankfurter Olympiahoffnungen stammt aus einer anderen Wassersportart. Marcel Hacker, der Bronzemedaillengewinner der Spiele von 2000 in Sydney und Ruderweltmeister von 2001, startet seit 2006 für die Frankfurter RG Germania 1869. Sein Trainingspensum von aktuell 30 bis 35 Stunden bestreitet der 35-Jährige aber entweder in seiner Heimatstadt Magdeburg oder in diversen Trainingslagern. In London möchte er seine lange Karriere am liebsten mit einer Goldmedaille krönen, muss aber genau wie Klaas und Di Carli derzeit noch auf seine endgültige Nominierung für die Olympischen Spiele warten.

Weitere mögliche Starter aus Frankfurt

Kathrin Klaas, Marco Di Carli und Marcel Hacker sind nur drei der möglichen Olympiastarter aus Frankfurt. Insbesondere die Leichtathletikgemeinschaft Eintracht Frankfurt kann unter anderem mit Pascal Behrenbruch, Ariane Friedrich, Jan Felix Knobel, Gesa Felicitas Krause oder Niklas Zehnder auf weitere Olympiafahrer hoffen. Und auch die SG Frankfurt (Schwimmen) hat neben Marco Di Carli noch weitere Eisen im Feuer beziehungsweise im Wasser.

Michael Weilguny


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