Historische Straßenbahn-Fans unter sich

Historische Straßenbahn-Fans unter sich

Ein Verein bei dem alle Fähigkeiten gebraucht werden

Im Frankfurter Römer dreht sich am Samstag, 29. September, alles um das ehrenamtliche Engagement. Initiativen, Vereine und Unternehmen stellen von 10.30 bis 17 Uhr unter dem Motto „Meine Zeit – Deine Zeit. Tag des Bürgerengagements“ ihre Projekte vor. Wir zeigen einige Projekte in einer kleinen Reihe. Diesmal sind es die Helfer des Verkehrsmuseums.

(pia) Manche Besucher kommen von weit her, es riecht nach Grillwürstchen, die Sonne strahlt und es herrscht viel Betrieb – genauso hat sich der Verein Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt (HSF) den ’Tag der Verkehrsgeschichte’ vorgestellt. Seit Monaten haben die Mitglieder unter Hochdruck die Veranstaltung vorbereitet. Die Mühe hat sich gelohnt – das Verkehrsmuseum in Schwanheim ist für Freunde des Nahverkehrs an diesem Tag ein Muss. Inmitten der vielen Besucher wuselt ein 47-jähriger, quirliger Mann mit freundlichem, aber konzentriertem Blick. An der einen Stelle packt er mit an, an einer anderen gibt er Auskunft über die Geschichte der Straßenbahn, verschiedenen Modelle oder Sonderfahrten. Er heißt Frank Nagel und ist seit 2006 Erster Vorsitzender des ein Jahr zuvor gegründeten Vereins. Nagel kommt aus dem Beratungsgeschäft des Öffentlichen Personennahverkehrs und bringt somit professionelle Erfahrungen mit. Von Anfang an war er begeistert von der Gründung. „Das Tolle ist, dass in unserem Verein eigentlich jeder mitmachen kann, da es viele unterschiedliche Tätigkeitsbereiche gibt.“ Einige der Bahnliebhaber organisieren gerne Führungen, andere Mitglieder engagieren sich bei der Pflege der Bahnen oder beim Bau der Modellbahnanlage. Aber auch Grafiker helfen mit und gestalten Broschüren oder Veranstaltungsflyer. Andere wiederum kümmern sich um die Buchhaltung oder den Aufbau und die Pflege des Archivs. Je nach Interessen und Fähigkeiten bilden sich Arbeitsgruppen, die sich aus mehreren Mitgliedern zusammensetzen. Ganz gleich, wie verschieden die Charaktere und Fähigkeiten sind, die Faszination für die historischen Straßenbahnen hat sie alle infiziert.

Ehrenamtliche Helfer sind ständig im Einsatz

Viele von ihnen sind wie Nagel mit Leidenschaft dabei und investieren ehrenamtlich bis zu 20 Stunden pro Woche für den Verein, oft auch das komplette Wochenende. „Da passiert es schnell, dass auch die übrige Familie von der Begeisterung für den Verein angesteckt wird. Anders wäre es wahrscheinlich auch schwer“, sagt Nagel.

Der Verein kümmert sich um insgesamt 30 nicht fahrfähige Museumsfahrzeuge. Zudem sind die rund 65 aktiven Mitglieder für die Stadtbahnausstellung in der U-Bahnstation Kirchplatz im Stadtteil Bockenheim verantwortlich. Insgesamt zählt der Verein 110 Mitglieder. Die Hälfte von ihnen wohnt nicht in Frankfurt. „Sie finden es aber schön und wichtig, dass es so einen Verein wie unseren gibt und wollen uns deshalb unterstützen. Das ist ein super Ansporn für uns“.

Ein Verein für Jung und Alt

Einmal im Monat findet ein öffentlicher Vortragsabend statt, bei dem historische Filme und Dias des Frankfurter Nahverkehrs sowie auswärtiger Verkehrsbetriebe gezeigt werden. Zusätzlich gibt es ein monatliches Treffen zur Organisations- und Arbeitsplanung. Hier entstehen dann neue Projektgruppen. Das Durchschnittsalter liegt bei 40 Jahren. Einige Rentner und Kinder sind auch dabei. Christoph ist 13 Jahre alt. Er ist vor einem Jahr durch seinen Vater zum Verein gekommen. „Bahnen gefallen mir schon immer. Früher habe ich schon gerne mit der Modelleisenbahn meines Vaters gespielt. Jetzt helfe ich bei der Modellbahnanlage im Museum mit“.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ist Eigentümerin des Verkehrsmuseums. Unter den Mitgliedern sind auch Mitarbeiter der VGF. Für sie ist es etwas Besonderes am ‚Tag der Verkehrsgeschichte‘ mit einer der fünf historischen Straßenbahnen zu fahren. Rund 20 Mitglieder sind an diesem Tag im Einsatz. Unermüdlich geben sie Bahn-Fans, die von weit angereist sind, Auskunft und teilen mit ihren Besuchern ihre Leidenschaft für die historischen Straßenbahnen. Am Ende des Tages denkt Frank Nagel schon wieder weiter. „Beim nächsten Treffen überlegen wir, was verbessert werden kann“. Nach dem ‚Tag der Verkehrsgeschichte‘ ist vor dem ‚Tag der Verkehrsgeschichte‘.

Rebecca Riehm


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