Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Arbeitslosenquote bei 6,2 Prozent

Insgesamt waren 24.196 Menschen bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main arbeitslos gemeldet. Hiervon wurden im Juli 6.110 Menschen durch die Arbeitsagentur und 18.086 durch das Jobcenter betreut. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg gegenüber Juni 2016 leicht auf 6,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 6,7 Prozent gelegen.

Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt ist im Juli 2016 leicht angestiegen. Mit einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat fiel der Anstieg jedoch moderat aus. Die Zahl der Arbeitslosen lag trotz des Anstiegs im Juli mit einem Minus von über fünf Prozent weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert.

14.396 Arbeitslose haben keinen Berufsabschluss. Das entspricht einem Anteil von fast sieben Prozent bei der Arbeitsagentur und über 52 Prozent beim Jobcenter Frankfurt. Karl-Heinz Huth, Leiter der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main weist deshalb nochmals darauf hin, wie wichtig ein Berufsabschluss ist: „Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung sind wesentlich schneller in den Arbeitsmarkt zu vermitteln und nicht so häufig von Arbeitslosigkeit bedroht. Es lohnt sich, den Berufsabschluss auch ab dem 25. Lebensjahr nachzuholen Deshalb hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit die gemeinsame Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ ins Leben gerufen. Die Initiative verfolgt das Ziel, insbesondere junge Erwachsene ab einem Alter von 25 Jahren für eine abschlussorientierte Qualifizierung zu gewinnen. Gleiches gilt auch für gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab diesem Alter, die in einem bestehenden Arbeitsverhältnis beschäftigt sind. Auskünfte hierzu erteilen unsere Beratungsfachkräfte. Wir haben während der Laufzeit in Frankfurt schon über 700 junge Menschen qualifiziert.“

Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt war erwartungsgemäß bei den jungen Menschen unter 25 Jahren zu beobachten. Bedingt durch Ausbildungs- und Schulende stiegen bei dieser Personengruppe die Arbeitslosmeldungen. 27,4 Prozent aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter, 45,8 Prozent haben keinen deutschen Pass. Der Anteil bei den Schwerbehinderten Arbeitslosen liegt bei etwas über 5,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen gesunken, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

„Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt ist in diesem Monat saisonüblich leicht gestiegen, erklärt Huth. „Nach dem Abschluss der Ausbildung haben sich natürlich verstärkt Jugendliche unter 25 Jahren bei uns arbeitslos gemeldet. Diesen vermehrten Zugang beobachten wir in jedem Jahr, ebenso erwarte ich auch wieder einen Rückgang in den nächsten Monaten. Denn die Chancen für Fachkräfte stehen derzeit sehr gut und damit auch die Chancen auf eine erneute Beschäftigung. Die Erfahrung zeigt auch, dass bei einer möglichst frühen Arbeitslosmeldung, die Arbeitslosigkeit gar nicht erst eintritt. Ich rate deshalb allen, die nach einer Ausbildung nicht übernommen werden oder ihre Kündigung erhalten, sich bei uns zu melden, sobald ihnen dies bekannt wird. Da eine frühzeitig Arbeitslosmeldung auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, treten zudem bei rechtzeitiger Meldung keine Sanktionen ein. Eine Arbeitslosmeldung ist über www.arbeitsagentur.de heute auch ganz bequem und jederzeit online möglich. So werden zudem lange Wartezeiten vermieden.“

Im Juli waren 9.768 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Juni ist das ein Plus von 200. Arbeitgeber meldeten im Juli 2.068 neue Arbeitsstellen, das waren 258 mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn sind 13.597 Stellen eingegangen. Gute Beschäftigungschancen bieten unter anderem die Wirtschaftsbereiche Gastgewerbe, Lagerwirtschaft, Erziehung und Unterricht und das Wach- und Sicherheitsgewerbe.

Karl-Heinz Huth zur Arbeitskräftenachfrage in Frankfurt am Main: „Die Zahl an offenen Stellen insgesamt ist derzeit leicht gestiegen. Der Einstellungsbedarf an Fachkräften ist weiterhin hoch. Die Grundstimmung in der Frankfurter Wirtschaft ist positiv. Nach Einschätzung des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) hat der Brexit an sich insgesamt keine großen Auswirkungen auf die deutsche Arbeitsmarktentwicklung. Frankfurt war schon immer eine Finanzmetropole Deshalb sehe ich hier sogar für den Wirtschaftsbereich Finanz- und Versicherungs-Dienstleistungen leichte Vorteile. Insgesamt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erneut gestiegen. Besonders in den Bereichen Sozialwesen, Wach- und Sicherheitsdienste und im Einzelhandel wurden in Frankfurt viele Beschäftigungszugänge ausgewiesen.“

Der Ausbildungsmarkt in Frankfurt am Main:

Von Oktober 2015 bis Juli 2016 haben sich bei der Arbeitsagentur Frankfurt 3.387 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Dies waren 5,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum meldeten die Unternehmen 4.251 Berufsausbildungsstellen. Das ergibt rein rechnerisch eine Relation von 1,26 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Aktuell sind 1.967 Berufsausbildungsstellen noch nicht besetzt. Ihnen stehen 1.252 Ausbildungsinteressierte gegenüber, die noch keine Stelle gefunden haben. Angebot und Nachfrage stimmen nicht in jedem Berufsfeld überein, die Berufswünsche der Jugendlichen und die Erwartungen der Unternehmen an einen geeigneten Kandidaten sind nicht immer konform.

„Wer sich bis jetzt noch nicht um eine Ausbildungsstelle bemüht hat, für den wird es höchste Zeit. Unsere Ausbildungsvermittlung läuft auf Hochtouren. Aktuell gibt es noch fast 2.000 freie Ausbildungsstellen. Damit ist das Angebot an noch unbesetzten Ausbildungsstellen größer als die Nachfrage. Wenn man also flexibel ist und sich nicht auf einen Wunschberuf festlegt, hat man gute Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu bekommen“, empfiehlt Huth. Er rät allerdings auch den Unternehmen, nicht nur den Blick auf die besten Kandidatinnen und Kandidaten zu richten. Viele Bewerberinnen und Bewerber, die formal nur „in der zweiten Reihe stehen“ oder schon lebensälter sind, erweisen sich in der Ausbildung als engagiert, zuverlässig und später als wertvolle Fachkraft. Zudem unterstützt die Arbeitsagentur zum Beispiel junge Flüchtlinge während der Ausbildung im Rahmen von ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH).

Prognose:

Das außenwirtschaftliche Umfeld ist heterogen. Die positive deutsche Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal geht Hand in Hand mit einer merklichen Expansion im Außenhandel. Die Investitionen sind im ersten Quartal deutlich gestiegen. Die treibende Kraft des Wirtschaftsaufschwungs bleibt der inländische Konsum. Am Arbeitsmarkt nehmen immer mehr Personen eine Beschäftigung auf. Dieser Trend setzt sich fort, auch wenn der Zuwachs nicht mehr so kräftig ist, wie zu Jahresbeginn.

 Anna Morales


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