Jakobsweg in Frankfurt markiert

Hessische Jakobusgesellschaft nimmt Ausschilderung in Angriff

FRANKFURT.- Etwa alle 50 Meter bleibt Karl-Heinz Kohn stehen, klappt eine kleine Trittleiter aus, steigt hinauf und putzt den Laternenmast: irritiert beobachten Passanten und Cafébesucher auf dem Römerberg den kleinen Trupp Männer und Frauen mit Rucksäcken voller Reinigungsmittel und Putztücher. Erst als ihnen die gereinigte Stelle gut genug erscheint, greift einer von ihnen zum Aufkleber und reicht ihn dem Mann auf der Leiter. Der klebt eine gelbe Muschel auf blauem Grund auf den Mast und schon wird klar: hier verläuft der hessische Jakobusweg.

Kohn und seine Begleiter gehören zur Regionalgruppe Frankfurt der Hessischen Jakobusgesellschaft. Am Freitag, 29. Juli, haben sie die Ausschilderung des Pilgerwegs von Frankfurt nach Mainz in Angriff genommen. In enger Abstimmung mit dem Tourismusbüro der Stadt Frankfurt haben sie einen Wegeplan erarbeitet, der von der St. Leonhardskirche durch die Saalgasse am Dom vorbei zur Alten Brücke führt, die Deutschordenskirche auf der Sachsenhäuser Seite streift und dann am südlichen Mainufer bis zur Schwanheimer Brücke führt.

Gut sechs Stunden haben die Pilger am Freitag veranschlagt, um alle Abzweigungen zu markieren und immer wieder auch ein so genanntes Vergewisserungszeichen an Bäume, Häuser und Laternenmasten zu kleben. So soll künftig jeder, der dem berühmten Pilgerweg nach Santiago de Compostela auf hessischem Boden folgen will, immer in der Spur bleiben. Mit der Beschilderung in Frankfurt wird eine Lücke geschlossen, die seit Jahrzehnten zwischen Fulda und Mainz klafft.

Die Hessische Jakobusgesellschaft hatte sich im März 2014 gegründet, um die heimischen Jakobswege zu erforschen und zu pflegen. Als Jakobsweg (spanisch Camino de Santiago) wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) führen. 1987 rief der Europäische Rat dazu auf, die Jakobswege neu zu beleben. Das jahrhundertealte und teilweise schon vergessene europaweite Wegenetz des Jakobsweges rückte damit verstärkt in das Blickfeld von Institutionen, Regierungen, Initiativen und Vereinen. Zahlreiche Pilger machen sich seither vermehrt auf, den Jakobsweg abzulaufen. Doris Wiese-Gutheil

Foto: Ausschilderung des Frankfurter Jakobsweges/Kath. Stadtkirche Frankfurt


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