Oberrad

Fünf nach Zwölf in Oberrad

Oberrad: „Dass die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen auf der Offenbacher Landstraße dringend notwendig sind, steht außer Frage. Verständlich ist es auch, dass bei Bauarbeiten in solchem Umfang mit Verzögerungen zu rechnen ist. Diese jedoch nicht offen zu kommunizieren, die Auswirkungen für die Gewerbetreibenden völlig außer Acht zu lassen sowie weiterhin an deren Geduld und Nachsicht zu appellieren, verhöhnt die Einzelhändler vor Ort, die teilweise um ihre Existenz kämpfen“, betont Susanne Reichert, Pressesprecherin der CDU Oberrad.

In einer offenen Gesprächsrunde kamen gestern im „Gasthof zum Hirsch“ Vertreterinnen und Vertreter des Oberräder Gewerbevereins, der örtlichen Kommunalpolitik sowie zahlreiche Gewerbetreibende und die Gärtner des Stadtteils zusammen, um mit StR Klaus Oesterling und Mitarbeitern des Amtes für Straßenbau und Erschließung zusammen, über die Problematik rund um die Baustelle auf der Offenbacher Landstraße zu diskutieren. Am Beispiel eines Einzelhändlers, der Ende des Monats seinen Landen aufgeben muss, sieht man, dass es für die Einzelhändler und Betriebe auf der Offenbacher Landstraße schon fünf nach zwölf ist.

Auch die OB-Kandidatin der Frankfurter CDU, Bernadette Weyland, hatte ihren Terminkalender freigeschaufelt, um an diesem Termin teilnehmen zu können. „Bei meinem Stadtteilrundgang im Februar dieses Jahres kam ich mit zahlreichen Gewerbetreibenden ins Gespräch. Die Rede ist hier nicht von marginalen Umsatzeinbußen, sondern von einem Rückgang von teilweise über 50 %. Ebenso problematisch ist der Verlust eine großen Teils der Kundschaft, die sich zwischenzeitlich anderweitige Einkaufsmöglichkeiten gesucht hat. Bieten wir dieser Entwicklung keinen Einhalt, steht der Einzelhandel in Oberrad vor dem Aus.“

Eine Entschädigung der Gewerbetreibenden durch die Stadt ist trotz allem Verständnis, das auch seitens des Verkehrsdezernenten signalisiert wird, nicht vorgesehen; Maßnahmen, um Vermieter für die Zeit der Baumaßnahmen zu einer Mietminderung zu bewegen, kann kaum mehr als ein Appell sein, da die Stadt auch hier keine Einflussmöglichkeiten habe.

„Den zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten werden wir nicht beeinflussen können“, bemerkt Pavlos Tsachidis, Vorstandsmitglied der CDU Oberrad. „Aber es ist dringend notwendig, dass wir den Gewerbetreibenden mit einem strukturierten Konzept nach dem Abschluss der Bauphase unter die Arme greifen, um die Geschäfte anzukurbeln und Oberrad als Einkaufsstandort für die Bürgerinnen und Bürger wieder attraktiver zu gestalten.“

Dieser Aussage schließt sich auch Bernadette Weyland an, die vorschlägt, das Ende der Bauarbeiten öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. „Beispielsweise mit einem großen Straßenfest, das die Aufmerksamkeit auf die umgestaltete Offenbacher Landstraße und das vorhandene Angebot lenkt. Dies wäre zumindest ein erster Schritt, um die Geschäfts und die Kundengewinnung anzukurbeln und den man gegebenenfalls mit großflächigen, durch die Stadt unterstützte Werbemaßnahmen ausbauen könnte.“

 

Text: SR

Foto: Google Maps

Frankfurter Zeitungsverlag

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