United Volleys

United Volleys nach Verletzung von Steuerwald chancenlos

Der Traum von der Auftakt-Überraschung im ersten Playoff Halbfinalegen Meister Berlin war für die United Volleys schnell ausgeträumt: Noch vor Mitte des ersten Satzes verloren sie Zuspieler Patrick Steuerwald, der mit Verdacht auf eine schwere Verletzung ins Krankenhaus gebracht werden musste, und nur eine Stunde später auch das Match mit 0:3 (21:25, 12:25, 17:25). Dabei hatten sie die Partie genauso begonnen, wie sie es sich vorgenommen hatten: Top-vorbereitet, selbstbewusst und dominant setzten die Hessen den erfahrenen Spielern des Titelverteidigers ordentlich zu. Nach einer formidablen Hybrid-Aufschlagserie von Kapitän Sebastian Schwarz stand es zur ersten Technischen Auszeit bereits 8:2. Die konsternierten Berlin Recycling Volleys mussten sich mit brettharten Blocks und starken Angaben erst wieder herankämpfen.

Böse Erinnerungen an Pokalspiel 2015

Beim Stand von 9:8 für die Gäste dann die Szene, die United-Cheftrainer Michael Warm später als „brutalstmöglichen Schlag ins Gesicht für meine Mannschaft“ bezeichnete. Regisseur Steuerwald, der kurz zuvor noch einen seiner unnachahmlichen „Nano-Blocks“ gefeiert hatte, knickte um und blieb mit ausgerenktem Fuß am Boden liegen. Erinnerungen an das Pokalhalbfinale im Dezember 2015 an gleicher Stelle kamen auf. Damals hatte Steuerwalds Vorgänger Jan Zimmermann vorzeitig verletzt vom Feld gemusst. Das Geschehen diesmal stellte sich auch für die gut 4.000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle allerdings ungleich dramatischer dar. Stehend spendeten sie dem Schlüsselspieler im United-Kader Applaus, als er nach sofortiger Notfallversorgung durch  BRV-Arzt Dr. Oliver Miltner auf einer Trage aus der Arena transportiert wurde.

„Die Untersuchungen haben keinen Bruch ergeben, Patrick hatte also Glück im Unglück und konnte direkt auf den Weg in Richtung Heimat gebracht werden“, teilte der Cheftrainer mit.  Alles andere wird nun die Weiterbehandlung im Klinikum Frankfurt-Höchst klären. Den Steller-Posten übernahm fortan der junge Jannis Hopt, der sich mit Bällen auf die zuverlässigen Vollstrecker Schwarz und Lincoln Williams gut einführte. Bis zum 18:18 ließ sich das dezimierte Rhein-Main-Team nicht abschütteln. Danach konnten auch die Einwechslungen des Japaners Issei Otake und von Jung-Nationalspieler Moritz Karlitzek nicht verhindern, dass Berlin davonzog. Den ersten von vier Satzbällen wehrte Youngster Tobias Krick noch mit einem „Strahl“ durch die Mitte ab. Kurz darauf hieß es aber 21:25, wenngleich Kapitän Schwarz nach diesem Ballwechsel noch Diskussionsbedarf mit dem Schiedsrichter hatte – nicht das letzte Mal an diesem Tag.

Letztes Aufbäumen endet mit Aufschrei

„Ich kann meinen Spielern überhaupt keinen Vorwurf machen“, betonte Michael Warm angesichts des deutlichen Verlaufs, den anschließend der zweite Durchgang nahm. Mit den Eindrücken der Steuerwald-Verletzung in den Köpfen hatten sie dem „Powerplay“ der Hauptstädter in dieser Phase auch mental wenig entgegenzusetzen. Trotz aufopferungsvoller Arbeit in Annahme und Abwehr war es jetzt meist nur noch „Bassi“ Schwarz, der mit seinen Angriffen durchkam. In Satz drei brachte der Cheftrainer, der bereits vorher mehrfach getauscht hatte, als letzte Option Georg Escher für Lukas Bauer im Mittelblock. Mit dem Wahl-Berliner bäumten sich die Uniteds nach einem Hoffnung weckenden Hinterfeld-Hammer von Adrian Aciobanitei noch einmal auf. Als beim Stand von 6:9 das Schiedsgericht einen Tusch der Hessen gesehen haben wollte, ging ein kollektiver Aufschrei durch das gesamte Team auf und neben dem Feld.

Obwohl die „jungen Wilden“ auch danach keinen Ball verloren gaben, kamen sie nicht mehr näher als bis auf ein paar Punkte heran. Unrühmliche „Highlights“ blieben so die Aufschläge von Berlins Egor Bogachev, der mit steiler Flugkurve direkt in die gegenüberliegende Tribüne servierte, und von Georg Escher, der dieses Kunststück beinahe kopierte. Ein Ass der BR Volleys beendete schließlich die einseitige Begegnung. Im Rückspiel am Mittwoch um 19 Uhr in der Fraport Arena wartet nun ein schwerer Gang auf die Uniteds. Ohne ihren emotionalen Leader Patrick Steuerwald müssen sie die Sensation aus der Vorsaison wiederholen, um ein drittes Spiel in der Hauptstadt zu erzwingen. Mithelfen können dabei vor allem die Fans aus der Region als lautstarke akustische „Zusatz-Zuspieler“ auf den Rängen. Tickets gibt es auf www.unitedvolleys.de.

Text: United Volleys

Foto: United Volleys/Manfred Neumann


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