Kehrtwende in der Auseinandersetzung um die Zukunft der Rennbahn?

Auf der Podiumsveranstaltung der Frankfurter Rundschau mit Stadtrat Markus Frank, Pro-Rennbahn-Vertreterin Rebekka Unrath, DFB-General Helmut Sandrock und Ortsbeirätin Stefanie Then, kam es zu einer überraschenden Ankündigung des ehemaligen Hippodrom-GmbH-Geschäftsführers Manfred Hellwig, die zu einer Kehrtwende in der Auseinandersetzung um die Zukunft der Rennbahn führen wird.

Am Rand der Podiumsveranstaltung der Frankfurter Rundschau ergriff Hellwig das Wort, konfrontierte Stadtrat Frank mit den besagten Unwahrheiten und hielt ihm vor, dass die Stadt ihrerseits ihren finanziellen Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag der Hippodrom gegenüber nicht vollständig nachgekommen sei. Daraufhin nahm Hellwig sein Recht wahr, vom Kaufvertrag fristgerecht zurückzutreten. Auch die Beschwichtigungsversuche des völlig überraschten „Fußballdezernenten“ halfen nicht. Renn-Klub-Schatzmeister Carl-Philip Solms überreichte sodann dem Stadtrat die unterzeichnete Rücktrittserklärung. Dieses völlig unerwartete Ereignis ist mehr als überraschend und kann die Kehrtwende in der Auseinandersetzung um die Erhaltung der 150-jährigen Galopprennbahn bedeuten.

Hier die Erklärung im Wortlaut:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Manfred Hellwig. Ich bin heute hier erschienen, um  vor dem Hintergrund der heutigen Presseberichte ein paar Dinge klarzustellen.

Ich war seit der Insolvenz, des früheren Renn-Klubs, 2009 stets um den Erhalt und Fortbestand der Galopprennbahn bemüht. Dies zunächst als aktives Mitglied später als Gesellschafter der Frankfurter Hippodrom GmbH und gleichzeitig als Präsident des heutigen Frankfurter Renn-Klubs. Das Amt des Präsidenten habe ich im August vergangenen Jahres an meinem Nachfolger Manfred Louven in gute Hände übergeben.

Ich habe mich seit dem nicht mehr öffentlich zu den Vorgängen auf der Galopprennbahn geäußert und habe darüber hinaus schwerwiegende Anschuldigungen von offiziellen Vertretern der Stadt Frankfurt stillschweigend zur Kenntnis genommen.

Hiermit ist heute Schluss.

 

Besonders gravierend und ehrverletzend sind die Anschuldigungen des Sport- Wirtschafts- und Ordnungsdezernenten Herrn Markus Frank, sowie des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Herrn Löwenstein. Sie gipfeln darin, dass der Eindruck erweckt wurde, ich hätte als Geschäftsführer der Hippodrom GmbH und Präsident des Frankfurter Renn-Klubs Verpflichtungen aus Verträgen mit der Stadt nicht erfüllt, „oberwindige Begründungen“ gefunden um Miete und Nebenkosten nicht zu leisten. Dies entspricht ausdrücklich und nachweislich nicht der Wahrheit.

Ich möchte deshalb folgendes klarstellen:

 

Die Äußerung von Herr Löwenstein in der FAZ vom heutigen Tag: „die Hippodrom GmbH sei wirtschaftlich völlig am Ende gewesen“, entspricht nicht der Wahrheit und stellt ein flegelhaftes Verhalten des Fraktionsvorsitzenden der CDU dar. Diese Äußerung insgesamt nehme ich nicht  hin dieser halb wird es noch rechtliche Auseinandersetzungen geben, die ich heute bereits schriftlich veranlasst habe. Herr Löwenstein kommt mit diesen Äußerungen nicht alleine nur von seinem Namen, sondern auch mit seinen Ansichten und Inhalten aus einem vergangen Jahrhundert. Darüber hinaus hat die Stadt Frankfurt in den letzten Jahrzehnten Nebenkosten und Abgaben der Liegenschaft viel zu hoch berechnet. Durch meinen beruflichen Hintergrund, als Steuerberater, bin ich gewöhnt genauer hinzuschauen und habe deshalb in Folge meines Einstiegs 2009 mehrfach darauf hingewiesen, dass die Abgabenbescheide auf die tatsächlichen Gegebenheiten hin zu korrigieren sind. Erst als nach 4 Jahren in Folge durch Unfähigkeit der Amtsführung des Grünflächenamtes, in Person von Frau Rosemarie Heilig, dieses untätig geblieben ist und angebliche Außenstände der Öffentlichkeit „zugespielt“ wurden sah ich mich gezwungen zu reagieren. Diese Indiskretionen führten dazu, dass von mir persönlich, für die Stadt Frankfurt in Auslage gebrachte Kosten, zur Verrechnung erklärt wurden. Tatsächlich musste das Grünflächenamt die Gebührenbescheide in der Folge korrigieren und reduzieren. Beispielhaft sei hier nur die Grundsteuer erwähnt, die im Ursprung mal € 11.388,-  und jetzt nur noch € 716,-  beträgt. Dies bedeutet eine Verminderung i.H.v.  € 10.688,-.

 

Um diese Tatsachen zu untermauern gebe ich heute den Redakteuren der Frankfurter Rundschau einen Umschlag mit Belegen sowie diversen unbeantworteten Schreiben an das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt und an Herrn Frank und Frau Heilig. Diese Dokumente stelle ich hiermit der Zeitung zur Verfügung und überlasse es ihr diese zu veröffentlichen.

Nach der Insolvenz des früheren Renn-Klubs hat die Insolvenzverwalterin über keinen Cent verfügt. Mein Anliegen war es vom ersten Tag an den Renn- und Galoppsport in Frankfurt autark zu machen und dafür Sorge zu tragen, dass keine öffentlichen Mittel mehr benötigt werden um den Betrieb in die Zukunft zu führen. Dies ist mir aus heutiger Sicht auch mehr als gelungen.

Hierfür habe ich persönlich gegenüber der Insolvenzverwalterin Frau Hövel eine Kosteneinstandserklärung sowie gegenüber den Vertretern der Stadt eine Garantie zur Veranstaltung von den von ihr gewünschten mindestens 5 Renntagen abgegeben.

Wie der Abschlussbericht der Insolvenzverwalterin Frau Hövel zeigt, konnten insbesondere durch meine Mithilfe und Bereitstellung von Finanzmitteln, Einnahmen in  Höhe von € 1,16 Mio. gesichert werden, die zu 90 % an die Stadt als Hauptgläubigerin ausgeschüttet wurden. Dabei wurden ausdrücklich nicht die Einnahmen durch die Bestellung des Erbpachtrechtes, was zur damaligen Zeit dem Renn-Klub gehörte, mit angerechnet. Hieraus sind der Stadt weitere € 7 Mio. zugeflossen.

An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, denjenigen Danke zu sagen die mich jahrelang bei dem Neuaufbau unterstützt und begleitet haben.  Ihnen Herr Frank will ich folgendes sagen:  Sie haben es versäumt drei sich hervorragend ergänzende Sportarten Fußball, Galopp- und Golfsport miteinander zu vereinen.  Anstelle alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und in welcher Form auch immer eine gemeinschaftliche Lösung der Koexistenz zu suchen haben sie mit Falschaussagen, Polemik und Intrigen alle Sportler gegeneinander aufgebracht. Dieses schreibe ich Ihrer Unfähigkeit als Sportdezernent zu. Wie wollen Sie auf Dauer als Person noch geachtet werden und vor ihren Wählern und Mitarbeitern bestehen?

 

Sie sprechen von „Abfindung an Hellwig“ unter einer Abfindung ist eine Zahlung zu verstehen, die zukünftige Einnahmen berücksichtigt die abgefunden werden. Bei der mir gezahlten Summe handelt es sich ausschließlich um Auslagenersatz. Der nicht einmal mehr die gesamte Summe meiner Zahlungen der letzten 5 Jahre deckt. Das bedeutet, dass Sie als Wirtschaftsdezernent nicht einmal in der Lage sind diese beiden Begriffe zu unterscheiden.  Sie haben aber auch in folgendem Sachverhalt einmal mehr versagt: Der zwischen der Stadt Frankfurt und mir vereinbarte Kaufvertrag über die restlichen Anteile an der Hippodrom GmbH beinhaltet gleichzeitig ein Rücktrittrecht zu meinen Gunsten. Unter § 5 letzter Absatz heißt es:  Herrn Manfred Hellwig ist berechtigt von diesem Vertrag zurückzutreten, wenn die Stadt nicht bis zum 31. Dezember 2014 die verbindliche Erklärung gegenüber dem Frankfurter Renn-Klub e.V. abgibt, die Frühjahrs- und Herbstpreise der Stadt Frankfurt in demselben Umfang wie in den Jahren zuvor, für die Rennsaisons 2013 und 2014, finanziell zu unterstützen.  Diese Verpflichtung haben Sie weder fristgerecht erklärt noch eine in entsprechender Höhe von € 52.500,- gerichtete Zahlung dem Frankfurter Renn-Klub zur Verfügung gestellt.

Von diesem Rücktrittsrecht mache ich hiermit Gebrauch.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 


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